OpenStreetMap

A Mapper in the Spotlight: Lutz Lange (Germany) - (in Deutsch)

Posted by escada on 14 December 2015 in English (English)

Lutz Lange

Wer sind Sie?

Mein Name ist Lutz Lange, und ich lebe in einer über 1000 Jährigen Stadt in Sachsen, dem schönsten Bundesland von Deutschland. Beruflich bin ich als Elektromonteur auf Baustellen in ganz Deutschland unterwegs.

Wann und wie haben Sie OpenStreetMap entdeckt?

In dem ehemaligen deutschen Mapperprojekt www.maps4free.de wurde ich 2006 auf OSM aufmerksam gemacht. Mich beeindruckte damals, wie einfach mit einer Handvoll key/value-Paaren eine Online-Karte erstellt wurde. Motivationsgrund waren natürlich auch die teuren Karten und Software für meinen Palm.

Was mappen Sie? Gibt es Unterschiede zu dem, was/wie Sie anfangs gemappt haben?

Zur Zeit mappe ich mit Vorliebe historische Sachen, Gebäude, Steine, die eine Geschichte erzählen können. Die ersten Jahre habe ich alles gemappt, was mir über den Weg lief. Diesen Ansatz verfolge ich nicht mehr.

Wie mappen Sie?

Die Smartphone-Kamera mit GPS ist mein heutiges Hauptwerkzeug beim Sammeln und Erfassen von Daten. Für langfristig geplante Touren (leider sehr selten) benutze ich noch einen GPS-Logger und eine Dashcam zur Datenaufzeichnung. Als Editor kommt von Anfang an JOSM zum Einsatz. Es ist beeindruckend, wie dieser sich zum Profi-Werkzeug entwickelt hat. In unregelmäßigen Abständen überprüfe ich mit KeepRight, OSM Inspector und Notes meine nähere Umgebung auf Fehler und Hinweise.

Wo mappen Sie?

Vorwiegend in meiner näheren Umgebung, dem Grenzgebiet Sachsen/Sachsen- Anhalt/Brandenburg. Aber durch meine Arbeit komme ich auch in anderen Bundesländern zum Vor-Ort- Mappen. Zum Couchmapper werde ich gelegentlich, beim Stöbern in Historic.Place.

Was ist für einen Mapper die größte Herausforderung?

Auch mal ohne Ergebnisse von einer Tour zurückzukommen. Sich einzugestehen, dass die eigenen Kentnisse zum Bearbeiten bestimmter Objekte nicht ausreichen und deshalb lieber die Finger davon zu lassen….. Persönlich mappe ich z.B. kein 3D, kein TMC oder öffentlichen Nahverkehr. Nicht weil ich das nicht mappen will, sondern weil ich es nicht auf Anhieb verstehe, und keine Zeit habe, mich ausreichend damit zu befassen.

Warum mappen Sie, was sind Ihre Motive?

Das Ursprungsmotiv, teures Kartenmaterial, existiert heute so nicht mehr. Es ist eher ein angenehmer Ausgleich zur körperlichen Arbeit im Beruf. Auch bin ich nicht der Typ, der mit dem Fahrrad gegen sich selbst, oder gegen die Zeit fährt. Da ist OSM ein guter Grund, mal gemütlich auf Tour zu gehen, um etwas Neues zu entdecken und zu erfassen.

Was ist der schwierigste Teil beim Mapping?

Die Pflege des Erfassten. Ein vor Jahren als tracktype=grade3 erfasster Weg ist schnell zum highway=path zugewuchert, Telefonzellen wurden demontiert, Geschäfte oder Firmen existieren nicht mehr…….

Haben Sie Pläne, was Sie zukünftig mappen wollen?

Es warten noch viele historische Objekte auf ihre Wiederentdeckung .

Haben Sie Kontakt mit anderen Mappern?

Ja, einmal im Jahr treffen sich ein paar Mapper aus der näheren Umgebung:

http://wiki.openstreetmap.org/wiki/User:Lutz#Mappertreffen

Ansonsten reichlich E-Mail Verkehr in Bezug auf Historic.Place.

Nutzen Sie OSM selbst? Wie?

OsmAnd ist mein ständiger Begleiter auf dem Smartphone.

Machen Sie bezüglich OSM noch andere Dinge ausser mappen?

Als Mitstreiter bei Historic.Place, einer kleinen auf OSM basierenden Webanwendung habe ich alle Hände voll zu tun .

Können Sie etwas mehr zu Ihrem Projekt Geschichtskarte sagen? Seine Geschichte, das Team?

Historic.places map

Das wird wohl eine längere Geschichte. Es war einmal vor langer Zeit……………

Nun, es begann eigentlich damit, dass ein befreundeter Mapper (Radler59) mit dem Mappen der Grenzsteine des Königreich Sachsen Königreich Preußen 1815 anfing. Es existierte zwar eine Grenzsteinkarte des User Lübeck:

Lübeck's Border Stone map

Aber es wurden in Sachsen in kurzer Zeit viele Grenzsteine gemappt, sodass die Karte schnell überladen wirkte. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, eine eigene Karte zu erstellen fand ich zwangsläufig zum Openlayers-Guru Netzwolf, der nicht nur hervorragenden Code schreibt, sondern diesen auch anderen unentgeltlich zur Verfügung stellt.

Somit war um 2012 die erste [Geschichtskarte] (http://www.historic.place/themes/sachsen-preußen/index.html) geboren, damals noch auf Basis der Overpass API. Dieser folgten schnell eine Meilenstein- und Sühnekreuzkarte, sowie die Idee eine Karte zu erstellen, die historische Besonderheiten anzeigt. Bei der Umsetzung dieser Idee hatte ich das große Glück, dass sich Wolfgang (Netzwolf) persönlich um die Entwicklung der Karte kümmerte. Somit war ein Vorreiter bzw. Vordenker in Sachen OSM an Bord, der maßgeblich die Philosophie und den Stil der Karte prägte. So hat sich zB. die Karte den Wüschen und Anregungen der Nutzer anzupassen, und nicht umgekehrt…… Ich konnte sehr viel in Sachen Software, Internet und menschlich von Wolfgang lernen, und möchte mich hiermit bei ihm bedanken, auch dafür, dass er wenn es mal klemmt, hilfreich zur Verfügung steht .

Milestone Map

Die Karte wurde schnell zum “Selbstläufer”, und fand eine breite Unterstützung aus aller Welt in Sachen Ideen, key/value-Beschreibung im Wiki, Übersetzungen der Karte usw.

“Hauptamtlich” bereichern Carsten (Zecke) und René (Reneman) das Team von Historic.Place. Während die beiden für die Entwicklung der Karte verantwortlich sind, kümmere ich mich mehr um die Georeferenzierung und die Erstellung von Tiles alter Karten als Hintergrundlayer.

Wir haben noch viele Ideen umzusetzen zB. das Life cycle concept: http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Comparison_of_life_cycle_concepts

Hilfe und Unterstützung aller Art ist Willkommen, zB. auch beim Web- und Icon- Design.

… und zum guten Ende … was möchten Sie uns noch sagen?

Sich selbst und das Hobby OSM nicht zu ernst zu nehmen, denn eigentlich sind wir alle nur Fürze im Wind.

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