OpenStreetMap

Die Graphenintegrations-Plattform (GIP) enthält österreichweit eine Vielzahl an Verkehrsinfrastrukturdaten in hoher Detailliertheit. Die GIP beinhaltet Daten für alle Verkehrsformen inkl. Schiffe, U-Bahnen, Seilbahnen, Busse, KFZ, Radfahrer und Fußgänger. Die GIP ist kein fertiges Produkt, sondern wird laufend erweitert. Das betrifft sowohl Inhalt als auch Struktur.

Seit Anfang 2016 werden aktualisierte Datenauszüge der GIP als Open Goverment Data (OGD) in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Das Basisnetz wird in dem einfach zu verwendenden GeoPackage Format angeboten. Der detailreiche Routingexport ist nur im CSV-Format verfügbar.

Der Datenauszug „Routingexport“ ist besonders interessant, da er für das Routing in allen Verkehrsmodi die relevanten Informationen enthält. Unter anderem das routingfähige Netz, die Querschnittselements mit den Erlaubnissen und Verboten nach der StVO u.v.a.m.

Mich interessierten besonders die Daten für Radfahrer. Öfters gibt es Situationen wo die Befahrbarkeit für Radfahrer unklar ist. Beim Abwägen der Merkmale ist die behördliche Sicht natürlich auch ein Argument. Aber nicht mehr, von einer Richtigkeit gehe ich nicht aus.

Ein Blick in die Daten

SynerGIS [2] stellt eine Web-Applikation bereit, die eine kleine Auswahl der Rohdaten mit Raumbezug visualisiert. Der Datenstand wird mit Juli 2018 angegeben. Die Interpretation der Daten ist schwierig, da die Bit-Kodierungen nicht aufgelöst werden. Dennoch, eine nette App für einen ersten Blick auf die Daten.

Einige Länder-GIS [3] präsentieren auch GIP-Daten. Die GIS-Steiermark stellt z.B. bei aktivierten „Fußweg“ Lage und Typ des Nutzungsstreifens für den Langsamverkehr dar. Die Legende gibt dazu näher Auskunft. Bei der Interpretation ist Vorsicht angebracht: Typ des Nutzungsstreifen und Befahrbarkeit werden im GIP immer getrennt modelliert. Eine schmale Begleitstraße (<3 m) wird z.B. im GIP mit Typ 36 „Geh- und Radweg“ bezeichnet. Wer dort fahren darf ist damit nicht gesagt.

Datenimport und Visualisierung

Der Datenimport läuft in zwei Schritten ab: (1) Download der GIP-Daten (gezippte CSV-Files) und (2) Import einer Datenauswahl in ein SQL Spatial Datenbank (Abb 1). Als Frontend wird QGIS verwendet (Abb 2).

Abb 1: Datenfluss Import der Verkehrs-Infrastrukturdaten von GIP.at

Abb 2: Beispiel Visualisierung der GIP-Fahrerlaubnis Radfahrer mit QGIS

Leistungsdaten

Download und entzippen ( 0,5 GB –> 3,5 GB) benötigen ca. 5 min. Der Import von 1,7 GB in die SQL Datenbank (23 Mio Zeilen in 5 Tabellen) ist nach 3 min abgeschlossen. Die Konvertierung der lat/lon-Texte zu räumlichen Daten benötigt noch einmal 2,5 min.

Code

Code und Dokumentation sind auf GitHub verfügbar [4].

Datenqualität GIP vs OSM

Eine valide Bewertung der Datenqualität möchte ich mir nicht anmaßen, aber eine kleine Stichprobe ist sinnvoll, schon allein als vertrauensbildende Maßnahme in die eigene Auswertung. Dazu wurden je 6 Wege mit Fahrverboten für Radfahrer in Wien und Graz gesucht, für die OSM und GIP nicht übereinstimmen.

Die GIP-Fahrerlaubnis für Radfahrer wurde zusätzlich mit dem Routenplaner AnachB überprüft. Anschließend wurde vor Ort verifiziert, wer recht hat. Ergebnisse:

Ort (Anzahl Fälle) GIP OSM
Wien (6) 5x richtig 1x richtig
Graz (6) 1x richtig 5x richtig

Nicht uninteressant :-)

Referenzen

[1] GIP.at: Dokumentation Intermodales Verkehrsreferenzsystem Österreich, Datensatz-Beschreibung, http://www.gip.gv.at/#ogd

[2] SynerGIS Wien: Web-Applikation zur Graphenintegrations-Plattform GIP, https://synergis.maps.arcgis.com/apps/webappviewer/index.html?id=1b9896365b5443b1a7dd20d7fe9b70ad

[3] GIS-Steiermark: Digitaler Atlas – Basiskarte – Layer “Verkehr Steiermark” – Fußwege, https://gis.stmk.gv.at/wgportal/atlasmobile/map/Fachkarten/Verkehr

[4] robhubi: Import GIP.at Data (2021), GitHub repository, https://github.com/robhubi/GIPrva

Location: 8010, Steiermark, 8010, Österreich

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