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Hallo ChillyDL.

Wir sind eine Gruppe von vier, manchmal fünf, sechs Leuten und arbeiten seit Jahren im Team (zwei von uns bearbeiten das Ganze über diese Kennung in JOSM).
Wir erfassen die Daten mit mehreren GPS-Geräten. Jeder Weg/Bach, Feld-/Waldrand, jede Straße etc. wird von uns mehrfach aufgezeichnet (anschließendes Mitteln der jeweiligen GPS-Tracks), und das zu verschiedenen Uhrzeiten (wegen den Satelliten-Positionen). Des Weiteren messen wir per Maßband oder Lasermessgerät Längen/Abstände (z. B. Wegbreite, Abständen zwischen Gebäuden; Gebäudelängen – natürlich nur auf frei zugänglichen Flächen).
Zusätzlich dokumentieren wir so viel wie möglich, was relevant sein könnte.

Der Bereich um dieses Waldgebiet war ein Projekt von uns, welches wir uns 2023 vorgenommen hatten.
Wir alle kennen die Ecke (Fahrradfahren, Wandern). Dabei haben wir auch immer mal wieder Blicke auf die entsprechenden OSM-Kartenbereiche geworfen, und uns dann immer gewundert, wie miserabel da die OSM-Daten sind. Wir kamen zu dem Schluss, dass in dem Bereich vor Jahren hauptsächlich ein Maler am Werk war, der einfach Luftaufnahmen »abgemalt« hatte (was, wie sich herausgestellt hatte, in OSM sehr häufig vorkommt).
Also haben wir im Frühjahr 2023 versucht, das Waldgebiet neu zu kartieren. Während der Bearbeitung fiel dann auf, dass wir noch weiter östlich und westlich ausholen mussten, da sonst die Anschlüsse an die Wiesen und Äcker nicht gepasst hätten (gleiche miese Qualität).
Durch diese Arbeit und Arbeitsweise erhalten wir diese sehr vielen (und ziemlich genauen) Daten.

Derzeit sind wir zu zweit dran, diese Daten zu sichten, zu bearbeiten und in OSM einzuarbeiten.
Es kann sein, dass ein paar Lagekoordinaten von einigen Bodendenkmälern vom Landesamt für Denkmalpflege stammen. Ich entferne diese vorsorglich und erfasse die Lagepunkte, die wir erfasst haben (kennen einen Archäologen, der hier in der Gegend als Heimatpfleger ehrenamtlich arbeitet – daher auch die vielen Informationen). Die amtlich erfasste Genauigkeit braucht man eh nicht. Interessiert schließlich kaum jemanden (wen es interessiert, der findet und verwendet bessere Infoquellen) und die Qualität des restlichen Kartenmaterials (s. o.) ist in der Regel wesentlich schlechter und ungenauer. Beispiel (nicht aktuell): Beim Erkunden kann man vom Wegesrand aus ein Hügelgrab erkennen. In der Natur rechts vom Weg. In OSM links vom Weg, ca. 30 m weiter zurück. Der Wegverlauf besteht schon seit mindestens 80 Jahren. Denn so alt sind da mindestens die Bäume. Unsere GPS-Daten ausgewertet, Tracks eingetragen, Hügelgrablage korrigiert. Im aktuellen Luftbild und in der Denkmalliste noch einmal überprüft. Passt.

Wie gesagt: Ich entferne die amtlichen Denkmalkoordinaten in den nächsten Wochen, falls ich noch weitere finde.

Wir haben inzwischen (nach vielen Jahren) die Arbeit an OSM Ende letzten Jahres erst einmal vorläufig eingestellt. Das Waldprojekt von 2023 war mit ausschlaggebend. Ich arbeite jetzt nur noch die Daten von damals ein. Schließlich haben wir viel Zeit (über zwei Monate) in die Erfassung der GPS-Daten etc. gesteckt.

Es gibt viele Gründe, OSM nicht weiter zu unterstützen, hier nur einige:
Großteils sehr schlechte Qualität.
Keine einheitliche Linie in der Erfassung. Jeder macht es anders. Nicht mal da, wo es laut OSM wenigstens halbwegs definierte Erfassungsrichtlinien gibt.
Vieles ist bis heute nicht definiert. Jeder darf mitreden, keiner entscheidet.
Gebäudeumrisse enthalten fast immer die Dachumrisse (Luftbild abgemalt, tlw. ergibt das sehr skurrile Darstellungen). Irgendwo haben wir mal aus dem Luftbild abgemalte Dörfer gesehen, bei denen alle Dach-Gebäude-Konstrukte komplett verzerrt waren (da hat der Künstler wohl die falsche Projektionsart eingestellt). Wer lässt so etwas zu? Kein annähernd rechtwinkliges Dach-Gebäude-Konstrukt. Muss einem doch auffallen. Und die Daten waren über acht, neun Jahre alt!
In Wäldern sind massenhaft Wege gerade (obwohl diese gewunden sind) oder falsch eingezeichnet. Ah! Erkennt man auf dem Luftbild nicht. Deswegen. Aber auf jeder Wander- oder sonstigen Karte.

Damit komme ich zum Hauptgrund: Es gibt – zumindest hier in Bayern – inzwischen frei verfügbare digitale Karten mit vielen Informationen zu vielen Themen. Datenquellen sind fast immer Behörden, die Ahnung vom Kartieren und der Kartendarstellung (die auch deutschland- oder gar EU-weit genormt ist) haben. An die Qualität und Quantität wird OSM wohl nie, nicht mal ansatzweise, herankommen (gut, ich sehe manchmal in OSM, wo ein Mülleimer ist, also vielleicht, so ungefähr).

Vielleicht machen wir mal wieder was, wenn es uns juckt.

Das mit dem »knowledge«. Ups. Normalerweise schreiben wir da immer »knowlegde, survey«.

Bitte um Mitteilung, was genau drin stehen soll. Und wir würden gerne wissen, mit welcher Sorgfalt deine Daten erfasst, geprüft und in OSM abgelegt werden. Man will ja dazu lernen.

Schöne Grüße
shorty_de & Co